JAPAN!!! Teil 1

 

Im Jahr 2014 hatte ich mein Auslandssemester an der Hiroshima Universität. Inzwischen ist mein Japanisch fast komplett vergessen und mein Job hat Null mit Japanologie zu tun. Nichtsdestotrotz bleibt meine Liebe (auch wenn es eine Hassliebe ist) für Japan bestehen also gönnte ich mir aufgrund günstiger Flugtickets eine zweiwöchige Reise in das Land der aufgehenden Sonne.

Ziele für die Reise: so viel gutes Essen ausprobieren, wie es nur geht; Japan von seiner ruhigen, alternativen Seite erleben; Geld für Zeugs ausgeben, dass ich nur bedingt brauche;
Ausstattung: Reiseskizzenbuch; ein Koffer, in den viel Kram passt;
Begleitung: Mysteria und Desearu

Umsteigen mussten wir in Paris Charles de Gaulle, wo wir sogar eine Art Mini-Zeichnertreff hatten. Ich habe einfach nur um den Cimicstrip gedoodelt, den ich zuvor am Hamburger Flughafen schnell hingekritzelt hatte.

Der Flughafen ist übrigens echt schick. Dort hatten wir uns schon mal Macarons gegönnt, um uns auf diese Fressreise einzustellen.

Und dann war der 12-Stündige Flug dran. Verlief besser, als erwartet und schon waren wir in Tokyo! Die Fahrt vom Flughafen Haneda in die Stadt bietet eine echt schöne Aussicht.

Die ganze Zeit über waren wir einfach nur mega hyper, weil wir endlich wieder in Japan angekommen waren. Die Architektur von Tokyo kann man als sehr betonlastig bezeichnen, aber gerade durch diese Bauweise, wo ein Haus auf dem anderem Sitzt, kriegt man das Großstadtfeeling, das man in kaum einer deutsch Stadt erlebt.

Unser Hostel hat allerdings ein ganz anderes Gefühl vermittelt. Versteckt im Hinterhof einer Häuserreihe, ist es ein altes, traditionelles Gebäude, mit einem Garten, Schiebetüren und Tatamimatten. Wir waren einfach nur baff. Im Garten befindet sich ein kleiner Hügel, das vom Gestein vom Fuji-san aufgehäuft wurde, weil sich ein Schrein auf der anderen Seite befindet und Leute hier früher gebetet haben. Ich lasse am liebsten die Bilder für sich sprechen:

Am liebsten hätte ich jede Ecke fotografiert, gefilmt oder gezeichnet, weil es so viele Kleine Details gab, die man nur durch genaueres Hinschauen entdecken konnte.

Abends ging es nach Ikebukuro, ein Stadtteil in dem Mysteria und Desearu damals während des Auslandssemesters sehr viel Zeit verbracht hatten. Deswegen gab es an jede Ecke ein Geschäft, ein Café etc., das in ihnen nostalgische Gefühle ausgelöst hatten. Ich war bis dahin bereits ein mentaler Zombie und etwas von der Reizüberflutung erschlagen,deswegen habe ich glatt vergessen, Fotos zu machen. Ich hatte dort jedenfalls im Starucks den Tea-Latte ausprobiert. So lecker! Und nicht so krass süß, wie manch andere Getränke wie z.B. den Cherry Pie Frappucchino.

Ich habe allein vom Zugucken einen Zuckerschock gekriegt. Definitiv zu viel Zucker für mich.

Geschlafen wurde diese Nacht wegen des Jetlags kaum. Außerdem hat sich unser Hostel als SEHR hellhörig herausgestellt, war wohl an den Papiertüren liegt. Egal! Wenn man zum Spaß da ist, ist bisschen Müdigkeit gar kein Problem.

Zum Frühstück gab es typisch Japanisch Onigiri, Miso-Suppe und grünen Tee. Oh mein Gott, japanischer Reis ist so lecker. Ich kann sowieso keinen Reis aus deutschen Supermärkten essen mehr essen, weil ich voll verwöhnt wurde. Vor Japan habe ich nur selten Reis gegessen, weil ich ihn nicht sonderlich lecker fand. Dabei lag es einfach nur am schlechten Reis. Deswegen Leute: wenn ihr etwas nicht mögt, könnte es einfach an der Qualität oder der Zubereitung liegen.

Im Anschluss hat Desearu voll fancy für uns Matcha zubereitet, zu dem wir auch noch leckere japanische Süßigkeiten verzehrt haben. Matchatee wird eher weniger im Alltag getrunken, deswegen waren selbst die Hosts von Desearus Skills beeindruckt. Da sie für eine japanische Grünteefirma in Deutschland arbeitet, war sie richtig gut ausgestattet.

In der Bahn dann fühlte ich mich von diesem Poster beobachtet:

Obwohl ich in diesem Bild noch gruseliger aussehe, als der Mann.

Dann haben sich unsere Wege vorerst getrennt. Die Mädels gingen nach Ikebukuro um sich den neuen Free! Film im Kino anzugucken. Ich ging nach Nezu/Yanaka, wo man angeblich Tokyo so sehen kann, wie es mal war. Und wo nicht gar so viel los sein sollte, was für mich auch wichtig ist. Tokyo ist natürlich mega aufregend, aber auf Dauer würde ich hier zugrunde gehen, einfach wegen der Menschenmengen, der Lautstärke und der Werbeschilder überall. Zu viele Reize auf einmal für mich.

Ich muss gestehen, ich ging in die Gegend ohne einen klaren Plan zu haben. Ich hatte irgendeine Karte mit und dachte, ich schlender einfach mal durch die Straßen. So entdeckt man manchmal spannende Orte (und hoffentlich kein Ärger, aber in Japan ist es ja größtenteils ungefährlich). Gleich am Anfang bin ich auf einen Laden gestoßen, in dem lauter Sachen mit Katzenmotiven verkauft wurden.

„No cats, no life.“

Schon bald stellte ich fest, dass sie ganze Einkaufstraße Katzen gewidmet war.

Bin mir nicht sicher, was das darstellen soll. Ein Alien?

Da liebt wohl jemand Katzen.

In der ganzen Gegend gibt es Unmengen an Tempeln. Sie sind buchstäblich aneinander gereiht. Sie alle zu besuchen war unmöglich, aber auch nicht notwendig, denn die meisten sahen relativ gleich aus.

Dementsprechend gab es auch viele Friedhöfe. Zwischendurch hatte ich so Kohldampf, befand mich aber gerade in einem Friedhofpark und irgendwie hätte es sich falsch angefühlt, auf einem Friedhof zu essen. Also konnte ich mein Katzentaiyaki (Taiyaki sind eine At Waffeln) mit Curryfüllung erst essen, nachdem ich nicht mehr von Grabsteinen umgeben war.

War echt lecker und angenehm scharf.

Von den Yuzu-Bäumen inspiriert, entstand dann später diese Zeichnung.

Im Hostel wurde mir ein Café empfohlen, das sich ebenfalls in einem alte Gebäude befindet. Es war allerdings eine Schlange vor der Tür und ich wollte alleine keinen Leuten einen Tisch wegnehmen, also habe ich verzichten müssen.

Nächstes Ziel: Nezu-Schrein. Er war überraschen hübsch und die ganzen Tore waren wie eine Miniversion des Fushimi Inari Taisha in Kyoto.

Es fand eine Art Festival vor Ort statt, also gab es doch relativ viele Meschen hier. Dafür aber auch Fressbuden! Ich hatte mir irgendein Yaki geholt, mit einer Füllung, die Gemüse sein sollte, aber doch eher Seetang war, oder so… keine Ahnung. Wenn man neue Sachen probiert, kommt nicht immer das Beste dabei heraus.

Sah aber lecker aus.

Dann ging ich zur Hebi Dôri (wörtlich: Schlangenstraße), die so heißt, weil sie sich in kleinen engen Kurven durch mehrere Blöcke zieht.

Dort war kaum eine Menschenseele also genoss ich einen ruhigen Spaziergang.

Bevor ich mich dann abends wieder mit den Mädels traf, ging ich zum Hostel und schlief aus Versehen auf dem zusammengefalteten Futon ein. Da hat mich der Schlafmangel wohl doch eingeholt.

Zum Abendessen gab es dann Kaitensushi oder auch als Sushitrain bekannt. Ich hatte unpassend Ramen gegessen, aber hey, Ramen ist eben das Geilste, was es gibt.

Maiseis – merkwürdig aber lecker.

Um den Tag ausklingen zu lassen musste eine alte Tradition wiederholt werden: Karaoke! Hach, immer wieder ein Vergnügen, auch wenn ich null Talent besitze.

Mysteria am Posieren. Wir hatten den Raum mit der kleinen Bühne und Trommeln gekriegt. Da konnte man schön abgehen.

Uff, wurde der Eintrag lang! Wer bis hierher gelesen hat: danke, dass ihr durchgehalten habt! ich wünschte ich hätte vor Ort bloggen können, denn da sind die Erinnerungen und Eindrücke am frischesten. Aber die Zeit war einfach nicht da.

Und es gibt noch so viel mehr zu berichten @__@

Bis zum nächsten Eintrag!

Eure Olschi

 

 

 

Dieser Beitrag hat 2 Kommentare

  1. Ach Mensch, das klingt toll 🙂
    Einfach losgehen und die Gegend erkunden, dann noch schön zeichnen und neues ausprobieren. Beim lesen des Eintrags kommt eine richtig schöne Stimmung auf. Das Wetter sieht auch traumhaft aus, insgesamt klingt das nach einem perfekten Tag 🙂 freu mich schon auf den nächsten Eintrag

    Krio

    1. Ja, war auch ein echt schöner Tag. Ich hatte während der zwei Wochen nur an einem Tag mal bisschen Regen. So viel Wetterglück!

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