JAPAN!! Teil 9: Onomichi

Okay, für diesen Teil muss ich euch vorwarnen. Es kommen sehr viele Fotos und sogar ein Video mit Musikunterlegung, weil ich am liebsten einfach alles von diesem Teil meiner Japanreise teilen möchte. If you ain’t got time for dat, könnt ihr einfach ans Ende des Eintrags scrollen, wo ihr das zusammenfassende, sehr provisorische Video von nicht mal 2 Minuten anschauen könnt, mit entspannter Musik und so.

Und zwar ging meine Reise an dem Tag Richtung Onomichi. Ich habe mich in diesen Ort schon im Jahr 2014 verliebt, als ich mit einem Fahrrad Island Hopping zwischen Honshû und Shikoku gemacht habe. Onomichi liegt nämlich genau an der Ecke, wo man von der größten Inseln Japans Honshû zum etwas kleinerem und dünner besiedeltem Shikoku über eine Reihe kleinerer Inseln erreicht. Es ist ein relativ kleiner Ort, wo viele alte, traditionelle Häuser noch erhalten sind und man einen Hauch Japans, wie es früher mal war, zu spüren bekommt.

Gleich am Bahnhof kriegt man eine tolle Aussicht auf das Schloss am Berg.

Der Hafen gibt einem das Gefühl irgendwo auf einer tropischen Insel zu sein. Fehlen nur noch Sandalen und eine Sonnebrille.

Die Häuser sind alle extrem eng auf dem Bergabhang gebaut.

Dieser Block gab mir ein leichtes Hamburg-Feeling.

Auch hier hat man die Golden Week gemerkt. Überall Reisende. Allerdings alles Japaner. Ich habe den ganzen Tag vielleicht zwei mal westlich aussehende Menschen gesehen, ansonsten scheint Onomichi eher ein Ziel für Landeseinwohner zu sein. Auf dem Weg zum Hostel wurden mir von einem älteren Japanischen Paar Süßigkeiten in die Hand gedrückt, da gerade Kindertag gefeiert wurde. Zuerst dachte ich, dass ich so jung aussehe, dass sie mich für ein Kind gehalten haben, aber ich merkte schnell, dass sie die Süßigkeiten an so ziemlich alle verteilt haben. Träum weiter Olschi, deine Tage des Jungseins sind lange vorbei.

Irgendwie finde ich immer diese leicht schäbigen Häuser in Japan echt schön. Was ist das nur?

Den Eingang zu meinem Hostel konnte ich gar nicht so schnell finden. Das Schild war große genug, aber es sah nach einem Café aus. Dann ging ich einen langen, engen Gang entlang und landete in einem Garten mit interessanten Sachen und einem versteckten Buchladen… war ich auf einmal im Japanischen Narnia gelandet? Doch der Ladenbesitzer konnte ich schnell aufklären. Hier im Video sieht man ganz genau, wo der Eingang liegt. Es ist so cool dort!

Auf der Rechten Seite sieht man das Café. Es gibt eine Lücke oben im Hostel, die zum Café führt. Durch sie könne professionelle Creeps wie ich wunderbar Leute beobachten und ihre Gespräche belauschen.

Der Rezeptionist sitzt dann in diesem Kasten, der mit allerlei Vintagekram dekoriert ist. Das Hostel befindet sich in einem echt engen aber langen Gebäude. Ich kann mir vorstellen, dass viele Huser in Onomichi auf diese Art und Weise gebaut sind.

Einchecken konnte ich noch nicht, da es zu früh war, aber meinen Koffer konnte ich wenigstens schon mal abgeben. Ich nutzte gleich die Gelegenheit ein paar Fotos zu machen.

Ende des Ganges
Ein Waschbecken, bin mir nicht sicher, für wen er gedacht war. Für die Gäste des Hostels? Für die Kunden des Buchladens? Mensch, hätte ich mir nur mal mit dem Ladenbesitzer unterhalten.
Ein Blick in den Hostel durch den Garten.
ein Uhrwerk und ein Buch

Zu Mittag MUSSTE ich einfach Onomichi Ramen essen. Diese sind vor allem im Süden Japans bekannt und ich fand sie schon vor 3 Jahren mega geil (ihr merkt schon, es war ein Nostalgietrip für mich). Leider musste man überall lange anstehen, da Golden Week und so. Aber die 40 Minuten waren es mir wert.

Chinesisches Restaurant oben, Ramenshop unten.

Wie gut dieses erste Schluck Brühe ist, wie man durch das schnelle, laute Schlürfen da Beste aus den Nuddeln und der Suppe kriegt. Wie zart das Fleisch ist. Und die Frühlingsweibel so frisch… Glückseligkeit! Dafür lebe ich!

Gestärkt habe ich mich auf dem Weg gemacht, das zu Vollziehen, was ich damals vor 3 Jahren nicht mehr geschafft habe: den Onomichi Temple Walk. Und zwar folgt man einem Pfad, der mehrere Tempelund Schreine verbindet. Ich musste mich erst kurz verlaufen, um sicher zu gehen, dass auch das an dem Tag schon mal erledigt ist!

Auf geht’s in die engen und teilweise sehr steilen Gassen von Onomichi, wo ein Haus gefühlt auf einem anderen gebaut ist. Aber jedes einzelne muss eine wunderbare Aussicht haben.

Hier kommt man nur zu Fuß, mit dem Fahrrad (aber hechelnd) oder mit dem Scooter voran. Müsste man seine Einkäufe da nicht raufschleppen, wäre das der perfekte Wohnort für mich (nur den Umzug mus man irgendwie schaffen).

Jeder Zwischenraum wird genutzt, z.B. für einen Friedhof.
Welchen Weg soll ich nehmen?

Chillende Katzen überall.
Wer wohl hier wohnt?

Oben auf dem Berg gibt es einen schönen Garten.

Wie das Video am Ende zeigt, gibt es sehr viele Treppen zu Besteigen. Wenn man aber zwischendurch ein Päuschen braucht, kann man z.B. hier einen Kaffee trinken, wunderbare Aussicht inklusive.

Diese Bauweise fasziniert mich einfach.

Wenn man diesen Seil hinaufklettert, kriegt man… Muskeln in den Beinen? Ich weiß es nicht mehr. Ich hatte an dem Tag eh einen Rock an und wollte nicht der ganzen Welt meinen Hintern zeigen.
mega Aussicht

Dann sah ich eine Frau mit einem Riesenrucksack in dieses Lokal reingehen. Es sah echt interessant aus, also checkte ich es mal aus. An dieser Stelle des Pfands waren viele Reisende da, aber sobald ich hinein getreten bin, wurde es ruhiger.

Leider stand schon am Eingang, dass man keine Fotos machen soll. Aber in solchen Fällen weiß man, dass man gleich etwas Außergewöhnliches zu sehen kriegt. Das Café ist nämlich richtig schön gestaltet, mit vielen kleinen Designs zum Thema Eulen, die Möbelstücke und Accessoires scheinen willkürlich aber doch überlegt gewählt zu sein. Außerdem bietet das Café eine angenehme Kühle, entspante Atmosphäre und eine wunderbare Aussicht. Und dafür, dass draußen so viele Menschenmengen wuselten, war hier überraschend wenig los (ich musste trotzdem 10 Minuten oder so auf einen Tisch warten, aber das hätte sehr viel schlimmer sein können). Es gab KEINE lebenden Eulen da, zum Glück, sonst wäre ich gegangen.

Von Draußen konnte ich doch noch ein Foto machen. Ich hoffe ich werde nicht verklagt.

Unten gab eine eine Art Katzenanbetungsstelle. Ich meine, wo sonst, wenn nicht in Japan.

schäbiger Briefkasten is somehow beatiful

An der selben Ecke gab es noch zwei weitere Lokale. Auch sie sahen echt spannend aus, aber leider sind meine Kaffeekapazitäten doch begrenzt.

Am Kindertag werden in Japan überall Karpfenfahnen aufgehängt. Irgendwie sieht es im Wald abgespaced aus.

An jedem Tempel finden man so ein Gerät. Man wählt eine Sprache aus und drückt den jeweiligen Knopf und der Lautsprecher erzählt dann einem, was der jeweilige Tempel für eine historische Bedeutung hat. Ich dachte mir, warum probier ich das nicht mal aus. Also drückte ich schnell auf English… Und das Teil schrie mich an! Die Lautstärke ist so hoch eingestellt, dass man im ganzen Umkreis die Ansage hört. Da stand ich nun awkward da, von diesem Gerät laut zugelabert und von anderen Menschen komisch angeguckt. Anhalten konnte ich es nicht. Warum gibt es das gerade in Japan, wo störende Geräusche verabscheut werden, vor allem an Tempelanlagen. Wessen Idee war das?

Nachdem ich den Tempelpfad gemeistert hatte, ging ich zurück zum Hostel. Im Zimmer habe ich dann mit ein paar Mädels, die auch gerade Island Hopping gemacht hatten, gequatsch. Es passiert doch seltener, dass man von japanischen Mädels angesprochen wird, also habe ich mich umso mehr gefreut, über ihre Reise zu hören.

Aufenthaltsraum
mein Bett… mal wieder nichts für klaustrophobische Leute

Nach dem Abendessen (es gab Soba, Nudeln aus Buchweizen) ging ich spazieren. Das Wetter war wunderbar und der Sonnenuntergang im Hafen traumhaft.

Ich zog meine neuen Smokingsocken an, denn in Japan kann man sowas problemlos tragen.

Eingang zu einem Restaurant

Was für ein schöner Abend.

Und zum Abschluss kommt das versprochene Video. Ich bin eine wirklich grottenschlechte Cinematografin, aber ich habe mich auch nicht wirklich bemüht. Sobald ich eine bessere Camera hab, wird die Qualität der Videos steigen, versprochen.

Bis zum nächsten Eintrag! Bald habe ich es geschafft.

Schreibe einen Kommentar

*

Menü schließen